Twonstiges
Traummänner
04. Dez
Wenn man in einer Kleinstadt wohnt, ist einem als angehender Soziologie sehr wohl klar, dass die Fluktuation möglicher Geschlechtspartner zwar groß, möglicher Beziehungspartner dafür aber klein ist. Auf gut Deutsch: Sex haben kann jeder, wenn er nur will, die wahre Liebe findet sich allerdings nicht so leicht beim Party machen.
Denkt man. Aber scheinbar gibt es sie doch: Geborene Traummänner oder besser Ehemänner. Man hört meistens nur von Ihnen über Bekannte und nimmt sie, wenn dann als langweilige Anhängsel von Freundinnen und Bekannten wahr, die liebevoll und eher weicheimäßig an der Seite ihrer Liebsten verweilen und nur auf den Moment hoffen, ihr irgendeinen Wunsch von den Lippen lesen zu dürfen. Normalerweise kriege ich bei dem Anblick eine Gänsehaut am gesamten Körper. Ich bin eigentlich ein totaler Anti-Fan des „Wir“. Nicht des „Wir“ an und für sich, sondern des totalitären Wirs. Des „Kommt ihr zwei auch?“ oder „Wo ist denn dein Schatz?“ und auch „Was macht ihr denn heute Abend?“. Bei gemeinsamen Freunden, die in einer Kleinstadt wie Tübingen scheinbar automatisch bestehen, ist dies natürlich kein Problem, aber wenn die eigenen Freunde so reden, stellt sich bei Mir normalerweise ein Schalter um. Normalerweise.
Ich kenne meine besten Freunde eigentlich auch nur in Beziehungen. Somit gehören die Partner ebenfalls irgendwie auch zu meinem Freundeskreis. Aber bei Mir war das leider bisher nicht so. Ich bin die letzten Jahre zum Beziehungshopper mutiert, was einfach passiert, wenn die Zeit langsam Druck macht und die große Liebe sich scheinbar hinter jedem Typen versteckt bzw. verstecken könnte! (Tut sie aber nicht immer) Und gerade deswegen reagierte ich bisher auf das „Wir“ ein wenig empfindlicher als andere, auch wenn der Gedanke, dass da jemand ist, mit dem man wirklich alles teilen möchte (natürlich bis auf die besonders privaten Dinge, die man vermutlich mit niemanden teilen will), wunderbar erscheint. Aber ich hatte diesen Gedanken bisher nicht in Perfektion. Bisher.
Er ist ein geborener Ehemann, wenn man der Ehe den romantischen Gedanke der ewigen Liebe lässt und auf Dauer gesehen nicht von einer abgekühlten Zweckgemeinschaft denkt, der seine Faszination dadurch bekommt, dass dort ein perfektes Gegenüber, nein besser, persönliches (nicht phänotypisches) Spiegelbild existiert. Und dann macht man einfach alles zusammen. Aus einer Person ist auf einmal eine Zweite geworden, und daraus ein von der Umwelt wahrgenommenes „Wir“. Aus der „eigenen Idee“ wird eine gemeinsame Idee (geschockt wurde ich, als wir uns gegenseitig einen selbstgemachten Adventskalender schenkten. Für gewohnte „Wir“-Partnerschaften nichts besonderes, für mich mein erster Adventskalender, den ich je in einer Beziehung geschenkt bekommen haben und dann auch noch selbstgemacht!), aus dem persönlichen Vorlieben und Hobbies gemeinsame. Und nicht etwa die Art Hobbies, die man dem Partner zuliebe teilen möchte, nein, die Art von Hobbies, die vorher schon jeder für sich gefunden und lieben gelernt hatte. Und da liegt der Unterschied: Das „Wir“ bei anderen Pärchen ist nicht das gleiche, welches man selbst gerne hätte. Das „Wir“ ist von Pärchen zu Pärchen unterschiedlich und je besser es harmoniert, desto eher wird es auch ein „Wir“. Bei meinem jetzigen Partner existierte dieses „Wir“ für meine Umwelt von heute auf morgen. Ich nehme das als gutes Zeichen und genieße die Zweisamkeit und hoffe, dass es wirklich die Möglichkeit gibt, in einer Kleinstadt mit der allgemeinen studentischen Fluktuation „möglicher Geschlechtspartner“ tatsächlich den Richtigen gefunden zu haben. Wenn nicht für immer, dann wenigstens für jetzt.
Älter werden in Tübingen
05. Sep
Woran man merkt, dass man älter, aber nicht alt wird.
Bevor ich zum Studieren nach Tübingen kam, war meine Schwester schon hier, um das gleiche zu tun. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis, so dass dazu kam, dass ich schon mit knapp 17 Jahren regelmäßig in dieser wunderbaren Stadt aufhielt und mich auch gleich in sie verliebte. Ich war damals immer die kleine, die jüngste in der Gruppe. Und dieses Gefühl hatte ich wunderbare 3 Jahre immer, bis ich selber hierherzog, um zu studieren.
Und da ging erst das richtige Lernen für mich los: Ich dachte, wenn man älter wird, wird das auch leichter mit den Jungs. Ich empfand Tübingen als offen und nicht so sexuell geladen, wie in der Pubertät. Soll heißen: Nicht gleich alles wird als Anmache interpretiert, sondern man ist hier mal „einfach nett“ und die Menschen möchten untereinander einfach neue Kontakte schließen, sich kennenlernen und ein wenig Spass zusammen haben. Ich bekam schnell mitgeteilt, dass dem nicht so ist… „Chrisi, mit netten Leuten geht man mittags einen Kaffee trinken, nur Dates wollen mit Dir ins Kino.“ „Wie, Du hast Dich von dem massieren lassen und jetzt nervt er Dich? Stehst Du auf den? Nein? Warum hast Du das dann machen lassen? Achsooo, Du hattest Rückenschmerzen?! Na dann…“
Ich gebe zu, ich war naiv, teilweise leider auch zu den falschen Zeitpunkten, aber ich gehöre einfach zu dem Typ Frau (so scheint es), die den Mann gerne machen lassen, den „aktiven Part“ gerne abgibt und sich dabei aber auch noch die Türe aufhalten lässt. Denn eins weiß ich: Männer müssen Männer bleiben dürfen. Meine Schwester meinte einst, dass es schwer ist, als Mann an mich ranzukommen, da ich selbstbewusst auftrete und eher einschüchtere, als dass ich einladend wirke.
Aber das änderte sich bald, trotz oder vielleicht gerade wegen sichtbarer Tätowierungen, die quantitativ gesehen in Berlin nichts, in Tübingen dafür beeindruckend wirken. Und auf einmal kennen einen soviele Leute. Gewollt oder auch nicht. Und natürlich der Gastronomie-Effekt, der sich ergibt, wenn man in ein, zwei Gastronomien gearbeitet hat. Da heißt es nicht mehr „Hallo, wer bist Du…?“, sondern „Bist Du nicht aus…?“. Nach einigen Jahren kommt zu letzterer Frage dann auch noch „Warst Du nicht gestern im…?“ und schon muss man sich die Frage stellen: Ist Tübingen nicht vielleicht doch ein wenig zu klein für mich? Ist ein Ortswechsel mal wieder nötig? Und da ist es auch schon: Das Älter (aber nicht alt!) werden in Tübingen.
Weitere Indizien, die dafür sprechen, treten dann ein…
…wenn man nicht mehr gefragt wird, was man studiert, sondern, was man in einer Studentenstadt so macht.
…wenn gelacht wird, bei der Antwort des Alters mit „Ich bin Anfang 20.“.
…wenn man beim nach Uhrzeit fragen gesiezt wird.
…wenn jüngere Männer die Betonung darauf legen, dass sie „nicht so erfahren sind wie Du“.
…und spätestens dann, wenn man nach der Frage des Alter nur noch als Antwort bekommt: „Egal, was ich jetzt sagen werde, ich bin auf jedenfall jünger als Du.“
…aber auch, wenn das Alter der Dich umschwirrenden Männer auf einmal definitiv mit einer 3 anfängt.
Und bei Euch so?
#twuetopia = Olympiasieger Besieger
03. Sep
Der Tübinger Stadtlauf rückt immer näher. Beim Stadtlauftraining ist #twuetopia ebenfalls vertreten. Neben @Rubenius läuft auch meine Wenigkeit mit und trainiert die Läuferinnen und Läufer in der flotten Gruppe 11 Km.
Diesen Donnerstag schloss sich auch der Tübinger „Weiße Kenianer“ Dieter Baumann dem Stadtlauftraining an. Natürlich landete er prompt in meiner 11 Km Gruppe.
Anfänglich liefen Dieter und ich gemütlich los. Das richtige Einlaufen ist ja entscheidend. Die Läuferinnen und Läufer unterhielten sich angeregt mit dem Olympiasieger.
Am Bettelweg fielen dann die ersten zurück und die Gespräche in der Läuferschar verstummten abrupt beim Anstieg zum Heuberger Tor.
Ein Blick auf die Uhr zeigte, dass wir mit dieser Pace die 55 Minuten nicht erreichen würden.
Also ein wenig Tempoerhöhung. Die uns folgende Läufergruppe nahm zusehends ab.
Dieter erhöhte ca. 3 Km vor dem Ziel noch einmal das Tempo. Inzwischen war ich der Einzige, der ihm noch direkt folgte. Gespräche zwischen uns fanden bei dem Tempo nicht mehr statt. 1 Km vor dem Ziel folgte eine weitere Tempoerhöhung durch Dieter Baumann. Es wurde zusehends schwieriger für mich ihm zu folgen. Vernünftig war das sicher nicht mehr, was Dieter Baumann und ich da machten. Eigentlich achte ich immer sehr auf den Zusammenhalt meiner Gruppe, aber die war mir plötzlich egal. Ich wollte möglichst lange an Dieter Baumann dran bleiben. Im Geiste sah ich mich bei meinen 400 m Tempointervallen auf der Tartanbahn. Ca. 200 Meter vor dem Ziel zog ich ab und überholte Dieter Baumann. Im Zielsprint erreichte ich als Erster das Ziel und trudelte aus. Hinter mir hörte ich Dieter Baumann ins Ziel einlaufen. Gemeinsam liefen wir uns aus. Als wir wieder einigermaßen reden konnten gratulierte er mir zu meinem Schlusssprint mit dem er nicht gerechnet hatte.
Fazit: #twuetopia = Olympiasieger Besieger
Oder die Regeneration am PC mit #Twitter und #twuetopia ist Wettkampfentscheidend
?
Nach dem Roman Wreden ist vor WordPress
13. Aug
Damit ihr Euch bald alle an einem wunderbaren Gewand dieser Webpräsenz erfreuen könnt, hat sich #twuetopia gestern erst einmal an einem Gig von Roman Wreden samt @doctormorph auf der Obstkiste erfreut und viele neue Dinge gelernt. So unter anderem, dass @rodet sehr fatigue aber trotzdem entspannt viele neue Impressionen aus Spanien mitgebracht hat. Dass das Sudhaus hoffentlich bei dem Bierpreis die armen Musiker über den Sprit finanziert, und dass Rückenlehnen für Aussenpostler im Moment tödlich sind. Twuetopia hat mittags getanzt, was das Zeug hält und so hielt das Wetter und manch einer konnte sogar noch seinen Namen tanzen (Bravo!!!!) Nur das T, gelle, das üben wir nochmal.
Solchermaßen gestärkt machte sich dann der Kreativtross von twuetopia heute an die Neugestaltung der Webpräsenz. Viele Kaffees, halbe Herzinfarkte und viel Spaß in der Kleiderdusche später, hatte ich mit PAINT (man bemerke, das letzte Mal habe ich 1996 die Abizeitung mit Mikroweich konzipiert) den neuen Header fertig und @dosiba musste lernen wozu eine arme Promofrau fähig ist, wenn man plötzlich den Avatar ändert. Alldieweil diskutierte der Rest über Spätzleshaker, Spätzleschaben und Omas Kässpätzle auf Schwäbisch weiter (@Bettina_Rohrer weckt den Schwaben in Dir!)
Fernunterstützung gab es dann in hurtigem “back-to-your-avatar” aus Metzingen, Geistreiches aus Morphhausen und @hhtue beriet @alexschnapper ferner zu seinem Profilbild. Alldieweil versumpfen wir twitterweise und in der Kleiderdusche in den Untiefen von Photoshop, Datenbanken, und musikalischen Einblicken in meinen Leichenkeller und fanden dabei den Soundtrack zur ersten Staffel twuetopia. Soll Euch nicht vorenthalten werden, denn @alexschnapper kennt nun auch “Lieber doof sein, als Gabi heißen”. Aber der erste Titel stammt von Anouk, enjoy. Leider fällt der Whiskey heute aus, aber wir haben Spaß und und und…bei facebook könnt ihr nun auch Gefallen an uns finden. Stay tuned for your next episode.
Wtf is twuetopia?
19. Jul
Das mag sich der ein oder andere an dieser Stelle fragen. Und nebenbei bemerkt, braucht Tübingen wirklich noch ein Blog? Mit letzterem wäre eine Frage schon beantwortet. Twuetopia, das ist die Twitterheimat aller Tübinger Twitterer, die gerne weißen Kaninchen folgen, im Kleid duschen und ansonsten eigentlich ganz liebenswert sind. Wäre da nicht…..die Sache mit der Schaufel, die ungeklärte Frage was nach vierzig Whiskeys passiert und in welcher Tübinger Kneipe man neuerdings twitternd Bier bekommt…und verdammt noch mal, was hat das alles mit Schnappi, dem Riesenkrokodil zu tun?
Wer arglos bei twitter.com die schönste, liebenswerteste Stadt Süddeutschlands eingibt, landet früher oder später beim hashtag twuetopia. So wie ich einst arglos in diese Mausefalle tappte. Schnell stellt der arglose Leser fest: “Das kann doch nicht normal sein!” Da werden Updates zu den Standorten minder qualifizierter Strassenmusikerterroristen, Leitermissionaristen und der Montagsdemo ausgetauscht, damit man eilends dem Grauen entfliehen kann. Neuigkeiten rund um faulende Apfelprodukte sind dabei, die momentan sozial verträgliche Haarlänge Tübinger Ökoqueens wird auch postuliert, aber natürlich auch up to date mittels foursquare die nettesten Kneipen ausfindig gemacht. Wo es sich am besten im Neckar schwimmen lässt, welcher Blockflötenflashmob gegen was demonstriert und warum faule Kompromisse nie gut sind, kann man auch erfahren.
Wer hinter twuetopia steckt? Findets raus!

